Die Kirchengemeinde St. Pauli ist eine geistliche Gemeinschaft von Menschen, die in Lemgo und darüber hinaus miteinander vernetzt leben und arbeiten. Wie jede Gemeinde hat Pauli begrenzte Ressourcen und muss sie um so effektiver einsetzen. Dazu gehört, dass Mitarbeitende immer weniger Zeit haben, um sich zu treffen. Hier helfen die neuen Medien und Geräte weiter.

Das Internetzeitalter als dazu geführt, dass Menschen mit ihren Smartphones oder Tablets sich daran gewöhnt haben, in jedem ungenutzten Augenblick mal schnell mit ihren freundlichen, Kolleginnen, oder auch Familienmitgliedern Informationen auszutauschen.

Dieser neue Umfang mit den Medien und Möglichkeiten ließ die Zeit nun reif sein, dass sich auch die Gemeinde St. Pauli in ihrer Zusammenarbeit sich völlig neu organisiert hat. Seit Ende 2013 startete der Kirchenvorstand das Projekt: Eine sichere und vor allem moderne Verbindung aller Mitarbeitenden über das Internet.

Eine St. Pauli-Kopie im Internet

Dabei nutzt die Gemeinde vom Anbieter Citrix eine Software (WWW.PODIO.COM), die ein Passwort geschützten Internet bereitstellt. Dieses so genannten Intranet muss man sich vorstellen wir einen Nachbau aller Räume, Gruppen, Kreise und Büros der Kirchengemeinde. Diese Internetkopie lässt sich dann gewissermaßen fernsteuern vom heimischen Computer aus.

In dieser digitalen St. Pauli-Welt, die wir  Mein St. Pauli nennen (www.Mein-st.-pauli-lemgo.de), gibt es alles, was es in der wirklichen Kirchengemeinde auch gibt.

  • MENSCHEN: Jeder wirkliche Person hat eine digitale Person (mit einem Bild von sich) angelegt, kann dort Adresse und Vorlieben eintragen und sich so für alle bekannt machen.
  • GRUPPEN: Jeder Ausschuss hat seinen Bereich, in dem nur die Ausschussmitglieder lesen und schreiben können.
  • SITZUNGEN: Der Kirchenvorstand findet in seinem Bereich alle Sitzungstermine, Sitzungsthemen und Erläuterungen.
  • GOTTESDIENSTE: Die Gottesdienstplanung für Kinder-, Jugend- und Erwachsenengottesdienste werden von 114 Mitarbeitenden besucht. Dort werden die Liedertexte, Noten und Klangbeispiele oder die Ankündigungen, Ansagen und Teams gesammelt, organisiert und in den jeweiligen Gottesdienst eingefügt. So entsteht ein Gottesdienstablaufplan, der zusammengesetzt aus ca. 10 Akteuren und verschiedensten Informationen von unterschiedlich Zuständigen erarbeitet wird. Dabei treffen sich die Menschen zum Teil wirklich (Live) oder teilweise eben nur in der digitalen Pauli-Gemeinde, wo sie aber alle wichtigen Informationen genau an dem Ort finden, wo die digitale Kopie des Gottesdienstes vorhanden ist.
  • VERWALTUNG: Unsere Verwaltungsprozesse haben sich seitdem mehr und mehr in das papierlose Büro verwandelt. Anmeldungen werden im Internet angenommen (z.B. Anmeldung zur Taufe), dann gemeinsam mit Gemeindebüro und Pfarrern weiter bearbeitet. Und alles bleibt an einer Stelle.
Podio app, Podio im Browser

Auf allen Geräte läuft Podio prima

Was ist jetzt anders?

Früher ging vieles schon per Email, Word-Dokumente wurden hin- und hergeschickt, Listen auf den neusten Stand gebracht oder man griff zum Telefon. Die Mitarbeiterin aus dem Büro trug wirkliche Papierseiten an einen definierten Ort im Kirchenvorraum, dort holte sich der Moderator die Ankündigungen ab. Das Musikteam suchte in Notenbüchern ihre verschiedenen Lieder zusammen. Jetzt wird so mancher Gang durch einen Eintrag im Intranet ersetzt. Im Tablet wird dann umgeblättert, dort befinden sich alle 300 und mehr Lieder mit einem Klick auf das Notenapp, sie werden zu Listen sortiert und fertig. Lieder können im Gottesdienstplan einfach per Klick eingefügt werden.

Die Verantwortlichen haben jetzt über 3 Jahre Erfahrungen gesammelt, Mitarbeitende haben sich in die neuen, ungewohnten Umgangsweisen innerhalb der digitalen Welt eingeübt. Eine solche Veränderung stellte für alle eine große Herausforderung dar: Stellen Sie sich nur vor, wenn 350+ Personen als unterschiedlichste Charaktere, verschiedenen Lebens- und Lernstilen, die auch noch unterschiedliche gute oder schlechte Vorerfahrungen mitbringen…; wenn diese alle sich auf den Weg machen und eine neue gemeinsame Welt erkunden, ist das ein Abenteuer und braucht einiges an Motivation.

Gelingt es uns? Schafft die digitale Kopie es, dass die Menschen unserer Gemeinde sich besser zurecht finden? Oder werden Menschen überfordert? Durch eine gründliche Starterschulung hat die Gemeindeleitung versucht, es möglichst allen leicht zu machen, einzusteigen.

Gelungen ist schon mal dies: die Arbeitsgruppen des Kirchenvorstands haben gelernt , wie sie miteinander besser verzahnt  arbeiten können. Im Intranetbereich, wo zur Zeit 350 Gemeindeglieder eingeladen sind, lesen und schreiben viele fleißig, klicken und kopieren interessante Links ein und können sich so persönlich und gemeinsam besser kennenlernen, ohne dafür einen Schritt aus dem Hause zu machen. Das schafft viele neue Chancen, sich zu begegnen. Gewiss, zuerst in der (etwas blassen) Gemeindekopie, später aber auch an den anderen wirklichen Orten im prallen Leben. Wer war das nochmal, der im Gottesdienst da vor- oder hinter mir saß? Wie ist ihr Name, hat sie vielleicht ähnliche Interessen wie ich? Ich schau mal im Intranet nach, ob sie sich dort schon gezeigt hat.

 Könnte das für Sie interessant sein?

  1. Aktivität – hier können wie in einem Email-Verteiler Inhalte weitergegeben werden und  (das ist neu!) miteinander diskutiert und schnell reagiert werden (und wenn es nur ein „gefällt mir-Klick“ ist). Jede Meldung geht hier an alle.
  2. Marktplatz – biete-suche-Anliegen, die Kleinanzeigen von Pauli:  zur Zeit sind 221 Angebote oder Gesuche aufgelistet. Von Kinderbüchern zum Verschenken oder E-Pianos zum Verleihen oder Kaufen bis zu Einbauküchen werden dort alle großen oder kleinen Gegenstände angeboten, die im Alltag gebraucht werden.
  3. Anliegen – unser Newsletter, wo wichtige Infos aus der Arbeit für die Veröffentlichung in Brücke, Vielfaltblatt kommuniziert werden. Events werden auch unter Anliegen verknüpft, vorher aber in Events (6) eingetragen.
  4. Diskussion – hier kann zu zur Zeit 10 Themen ernsthaft und hart, aber fair, diskutiert, gerungen, gelernt. Es geht uns um Inhalte und Herzensanliegen, wir wollen uns verstehen lernen.
  5. Inspiration – Hier sammeln wir alle Wünsche, die in Pauli verwirklicht werden sollten… Hier können auch Geistliche Erfahrungen und Wissenswertes geteilt werden oder was Menschen eben so inspiriert…
  6. Events – für Freizeiten, Mitarbeiterweiterbildung, Kurse… per Klick Anmelden.
  7. Gottesdienste – enthält Datum und Inhalte der Gottesdienste in St. Pauli. Unter Diskussionen lassen sich Predigtreihen, Themen anlegen und mit Gottesdiensten verbinden. So können Gottesdienste nachwirken.
  8. Organigramm – dokumentiert die Strukturen/Ausschüsse und Ansprechpartner im Pauli-Netzwerk. So findest du Telefonnummern und Zuständige.
  9. Die Stellenbörse: Hier werden Mitarbeitende gesucht. Eine wunderbare Möglichkeit für Ehrenamtlich sich mit ihren Möglichkeiten auch anzubieten.
  10. Regeln – das Regelwerk von Pauli, Leitbilder, Projektablauf-Pläne und Grundlagendokumente, Glaubensgrundlagen usw.
  11. Räume – falls ihr mal einen Raum braucht, hier lässt er sich buchen.

Sprechen Sie mich an, wenn Sie selbst solch eine Intranet und eine digitale Verwaltung der Kirchengemeinde oder Flüchtlingshilfe oder Diakonischem Werk… oder, oder benötigen. Wir haben extra einen Dienstleister, der alles ohne große Hürden zur Verfügung stellt.

Helge Seekamp, Pfarrer der Kirchengemeinde St. Pauli, Lemgo. 05261-93 44 66, pfr.seekamp/at/st-pauli-lemgo.de

Helge Seekamp

Helge Seekamp

Pfarrer und Vorsitzender der ev.-ref. Kirchengemeinde St. Pauli (Lemgo) und Geschäftsführer des Endlich-Leben.Netzwerks und verantwortlich für Produktentwicklung und Forschung für das Endlich-Leben.Netzwerk als Leiter des Instituts Christliche Selbsthilfe. Meine Hobbys: Solotenor, Homepages basteln, Prozess-Design

Ein digitaler KLON der Kirchengemeinde St. Pauli in Lemgo ist 3 Jahre alt

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