Gemeindebeteiligung im Gottesdienst – ohne Aufwand in digital und analog

Gemeinde im Gottesdienst aktiv beteiligen ist angesichts von Menschen, die mittlerweile ganz natürlich den Like-Button oder das Kommentarfeld suchen eine gute Idee. Wer schon einmal einen Social Media-Gottesdienst gesehen hat, stellt sich aber vielleicht die Frage, ob es auch einfacher geht. Gestern habe ich das in einem normalen Sonntagsgottesdienst mit insgesamt 15 Minuten Extra-Vorbereitungszeit ausprobiert.

Schon in meinem Vikariat habe ich mit verschiedenen Formen der Beteiligung der Gottesdienstgemeinde vor Ort experimentiert. Die Form, die am leichtesten umzusetzen und gleichzeitig die geringste Vorbereitungszeit brauchte war das Fürbittensammeln vor und während des Gottesdienstes. Hierzu habe ich mir schon vor ein paar Jahren eine kleine Stiftebox mit einem entsprechenden Hinweiszettel im Deckel gebastelt, die einfach an den Eingang einer Kirche oder Kapelle gestellt werden kann. Zu einem bestimmten Zeitpunkt im Gottesdienst werden dann die Fürbitten eingesammelt und im besten Fall vorgeordnet, um sie dann im Fürbittengebet gemeinsam zu beten. Übrigens ist es hilfreich auch Namen auf die Zettel schreiben zu lassen, falls sich Gemeindemitglieder nicht trauen ganze Gebete oder Bitten zu formulieren.  Glücklicherweise gab es in der seinerzeit genutzten Gottesdienstordnung ein Instrumentalstück nach der Predigt, währenddessen die Zettel eingesammelt und vorbereitend gelesen werden konnten. Mit ein bisschen Spontanität (und im besten Fall mit einem Gebet um Gottes Geist und die richtigen Worte) klappt das zusammenbauen der Namen und Bitten zu einem einheitlichen Gebet. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Die eindrücklichste war: „Das war ein so dichter Moment als unsere Fürbitten und Namen von Ihnen ausgesprochen wurden, da waren wir alle ganz nah beieinander und in Verbindung mit Gott.“

Ein paar Jahre später habe ich schon ein paar Social Media-Gottesdienste hinter mir und habe Fürbitten und vieles mehr über digitale Kanäle (und auch auf Zetteln) gesammelt. Gestern im Gottesdienst gab es aber keinen Livestream, keine Extra-Beleuchtung und kein WLan, sondern einfach nur drei mögliche Kanäle zur Beteiligung an den Fürbitten:

  1. Zettel und Stifte für alle, die kein Handy dabei hatten oder keins haben (oder die lieber per Hand schreiben)
  2. SMS, für alle ohne Smartphone, die aber trotzdem die Möglichkeit zum Verbessern haben wollten (und nebenbei ist sind SMS auch ein anbieterunabhängiger Kanal)
  3. WhatsApp für alle Digitalos, Konfis und Normalos eines gewissen Alters

Auf meiner Seite hatte ich ein sonst ungenutztes Smartphone (frisch resettet ohne jegliche Adressbucheinträge) mit einer PrePaid-SIM-Karte. Damit war der Kostenaufwand gleich Null (ein altes Smartphone hat fast jeder rumliegen und wenn man die SIMs per Internet bestellt sind sie manchmal ganz kostenlos), wenn man von den kleinen Zetteln den Stiften und ein paar Kopien absieht. Auf letzteren stand die Telefonnummer meines Smartphones und der Hinweis auf SMS, WhatsApp und Zettel.

Durch die drei Kanäle war niemand ausgeschlossen und das schreiben der Fürbitten während des Gottesdienstes finde ich nicht schlimm, sondern normal. Denn wenn ich bspw. mit meiner Predigt jemanden dazu bringe, an andere zu denken, dann ist das doch schön! Vielleicht sollte man bei solchen Aktionen ein Auge auf die Konfis haben, da sie ja bei so einer Beteiligungsform explizit ihre Smartphones benutzen dürfen – allerdings sind mir meine fünf Katechumenen gestern im Gottesdienst nicht negativ aufgefallen…

Vielleicht sollte man bei der allgemeinen Sorglosigkeit auch erwähnen, dass man keine persönlichen/personenbezogene Daten per WhatsApp schickt (andererseits kamen gestern die Namen auch nur per Zettel). Wer mehr zum Thema Datenschutz und WhatsApp sucht wird hier fündig.

PS: Die Aktion entstand übrigens aus der Rückmeldung der diesjährigen Konfis bei ihrem Kirchenvorstandsbesuch, mehr Beteiligungsmöglichkeiten im Gottesdienst zu schaffen 🙂

WhatsApp in der Gemeindearbeit (mit Datenschutz!)

In vielen Gemeinden geht es schon fast nicht mehr ohne WhatsApp und andere Gemeinden scheuen sich (aus gutem Grund) vor einer Nutzung. Die EKD-Datenschützer sehen einen Einsatz von WhatsApp im kirchlichen Kontext mehr als kritisch. Wie man trotzdem irgendwie und möglichst datenschutzkonform WhatsApp nutzen kann, darauf versucht dieser Artikel eine Antwort zu geben. Zur Sicherheit: Ich bin kein Jurist und kein Datenschutzbeauftragter. Trotzdem liegt mir Datenschutz am Herzen, u.a. weil wir als Kirche unsere Glaubwürdigkeit verlieren, wenn wir mit personenbezogenen Daten um uns werfen.

Für den kurzen Überblick kommt zuerst das Fazit. Wer wissen möchte, wie ich dazu komme, möge nach den Alternativen weiter lesen.

WhatsApp kann man übrigens auch am PC im Browser nutzen, wenn man auf einer großen Tastatur tippen möchte.

Mein Fazit: Auf einem Smartphone, auf dem nur WhatsApp-Kontakte und keine Kontakte ohne WhatsApp-Account gespeichert sind, ist die Nutzung von WhatsApp an sich eher unbedenklich, solange man zusätzlich keine kompletten Klarnamen oder einfach nur Telefonnummern speichert (für die Newsletter-/Broadcast-Funktion reicht das mehr als aus). Das ist umständlich, scheint mir aber der einzige Weg. Eine Variante (wenn auch nicht so sicher) ist die Nutzung eines separaten Android-Accounts auf dem Smartphone (auf einigermaßen modernen Android-Smartphones sollte so etwas möglich sein, zu Apple-Geräten kann ich nichts sagen). Das hat allerdings ein paar Nachteile. Diese Unbedenklichkeit sehe ich jedoch nur im Bezug auf verkürzte Namen/Aliasnamen und Telefonnummern, die an WhatsApp übermittelt werden. Zusätzlich dazu muss in den Chats auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass keine personenbezogenen Daten weitergegeben werden* (die Chats sind zwar verschlüsselt, allerdings laufen sie über amerikanische Server und bis jetzt gibt es keine Verschlüsselung, die auch in ein paar Jahren noch hundertprozentig sicher ist). Seelsorge per WhatsApp schließt sich so aus.

Wenn sich eine Gemeinde dazu entschließt, Whatsapp zu nutzen, müssen aber den betroffenen Mitarbeitenden entsprechende Geräte zur Verfügung gestellt werden. Die Mitarbeitenden sollten sich damit befassen,  was für Daten über sie selbst an das Unternehmen wandern. Die WhatsApp-Nutzung darf aus naheliegenden Gründen nicht auf Privat-Smartphones abgeschoben werden.

Alternative Threema. Der Messenger Threema wird in der Schweiz entwickelt und betrieben, die seit kurzem als sicherer Hafen für die EKD-Datenschützer gilt (was aber nur eine sog. Auftragdatenverarbeitung erlaubt und kein Freifahrtschein ist). Allerdings ist die Zukunft der Schweiz als sicherer Drittstaat zur Zeit wegen der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung nicht ganz sicher. Auch Threema verwendet eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die jedoch im Gegensatz zu WhatsApp unabhängig geprüft wurde. Gruppenchats sind ein klein wenig sicherer Ende-zu-Ende verschlüsselt als bei WhatsApp und Signal. Leider kostet Threema ein paar Euro.

Alternative Signal. Der quelloffene Messenger Signal ist nicht ganz so benutzerfreundlich wie Threema und hat einige Funktionen weniger, dafür ist es kostenlos.

Und hier die Langversion:

Die Probleme:

  1. WhatsApp hat seine Server in den USA stehen. Deshalb dürfen personenbezogene Daten nicht dort gespeichert werden.
  2. WhatsApp sammelt nicht nur Telefonnummer (zugehörige Namen und evtl ganze Adressbucheinträge) von WhatsApp-Nutzern, die den Nutzungsbedingungen zugestimmt haben, sondern von allen Adressbucheinträgen des Smartphones, das sich mit WhatsApp verbindet.
  3. WhatsApp wirbt zwar seit einiger Zeit mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, jedoch werden die Daten (nach meinem Kenntnisstand) in den USA zwischengespeichert (was das Brechen der Verschlüsselung jetzt oder in der Zukunft möglich macht). Dazu kommt, dass WhatsApp seinen Quellcode nicht veröffentlicht, so dass man WhatsApp in Sachen Verschlüsselung vertrauen muss (oder eben nicht).
  4. WhatsApp hat eine Altersbeschränkung ab 13 Jahren (es gibt allerdings rechtliche Bedenken)
  5. Ein Punkt, den die EKD-Datenschützer bemängeln ist, „dass Mitarbeitende über Statusinformationen und Lesebestätigungen in ihrem Arbeits- und Sozialverhalten kontrolliert werden können.“
  6. Hinzu kommen ein paar meiner Meinung nach kleinere Dinge (ich hoffe inständig nichts übersehen zu haben) …

Wie geht man damit nun um? Als Kirche müssen wir natürlich mit den Daten unserer Mitglieder verantwortungsvoll umgehen, deshalb muss sich an Punkt 1 alles messen lassen. Allerdings haben diejenigen, die schon bei Whatsapp sind, die AGB akzeptiert. Insofern kann die Datenweitergabe von solchen Nummern allein wohl nicht mehr hinderlich sein. Und ja, allein solche Nummern; komplette Klarnamen sind natürlich auch zu vermeiden, denn man weiß ja nicht, was für Daten WhatsApp über diese Nummer schon weiß. Damit ist das Problem aus Punkt 2 nicht länger ein Problem, solange auf dem Kirchensmartphone gar keine Nummern oder nur Nummern gespeichert sind, die ohnehin bei Whatsapp gelistet sind (denn die Kirche gibt WhatsApp damit keine neuen Daten). Um dieses Problem zu umgehen, bietet es sich für Jugendmitarbeitende oder Pfarrer/-innen an, ein extra Smartphone anzuschaffen oder (je nach Häufigkeit und Art der Nutzung) einen gesonderten Account auf dem (Android-)Smartphone zu benutzen. Letzteres ist leider etwas kniffelig und unpraktisch. Eine weitere (schlechte) Alternative ist es, WhatsApp den Zugriff auf auf das Adressbuch zu verbieten, was allerdings zur Folge hat, dass die Funktion der Broadcast-Listen nicht verwendet werden kann.

Punkt 3 ist kniffeliger. Unsere Kommunikation darf nur dann stattfinden, wenn in den Chats selbst keine personenbezogenen Daten vorkommen. Sprich: Terminabsprachen, Hausaufgaben, etc. sind in Ordnung; Seelsorge, Krankheiten bei Abmeldungen, Adressen etc. sind tabu.

Punkt 4 bedeutet für uns, dass wir keinesfalls Menschen unter 13 dazu bewegen dürfen sich bei WhatsApp anzumelden. Immerhin gehen sie damit einen Vertrag mit einem Unternehmen ein, den sie nicht abschätzen können – und Werbung für eine Firma (nämlich Facebook Inc, die für ihr seltsames Datenschutzverständnis bekannt ist) sollten wir in keinem Fall machen. Das gilt natürlich auch für andere Altersgruppen. Wir müssen immer darauf achten, dass Menschen die kein WhatsApp haben immer auch den gleichen Informationszugang haben müssen, wie Menschen mit WhatsApp. Das bedeutet, dass zum Beispiel eine WhatsApp-Gruppe der Konfis, in die man Aufgaben und Termine schickt, nie der einzige Weg sein darf, sobald nur ein Konfi kein WhatsApp hat.

Punkt 5 bedeutet, dass Mitarbeitende sich genau überlegen müssen, wie sie mit ihrem WhatsApp-Telefon umgehen und ob sie nicht besser die Lesebestätigungen deaktivieren. Trotzdem werden aber mit Sicherheit einige Informationen wenigstens an WhatsApp selbst weitergeleitet und gespeichert. Sicherlich ein kritischer Punkt, wenn Mitarbeitende zur WhatsApp-Nutzung gezwungen werden.

Der Punkt, der leider nicht wegzudiskutieren ist, hängt mit Daten zusammen, die wir gar nicht sehen: Die Protokolldaten, die beschreiben, wer mit wem vernetzt ist und wie oft sowie weitere Metadaten. Deshalb die offene Frage: Sind die ein Problem?

So, und nun liebe Datenschützer: Feuer frei. Am liebsten wäre mir aber statt einem Flamewar eine lösungsorientierte und vor allem sachliche Diskussion.

 

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* Ich zitieren den Kollegen Neumeier: „Wenn ich als Pfarrer im Supermarkt zwischen den Regalreihen stehe und Frau X mir ihr Herz ausschüttet, achtet auch kein Datenschützer darauf, wer in der nächsten Regalreihe steht. ICH achte aber darauf! Und ich achte auch darauf, dass keine datenschutzrelevanten Dinge über Whatsapp kommuniziert werden, bin aber hier wie da ansprechbar für die Menschen. Und ich muss es als Pfarrer hier wie da sein!“

Jugend-Weihnachtsgottesdienst am 23.12. um 20 Uhr

„Alle Jahre wieder?!“ – so ist das Thema des Jugendgottesdienstes, oder vielmehr des Gottesdienstes von und für junge Leute (Junggebliebene sind natürlich auch herzlich willkommen 😉 ) Ein Team aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen sprechen, singen, spielen Instrumente, beten, schieben die Regler an der Technik und wollen mit euch (vor)weihnachtlichen Spaß haben. Der Gottesdienst findet um 20 Uhr in der Christuskirche in Detmold statt. Ach ja, Smartphones sind im Gottesdienst erlaubt, denn so könnt ihr euch an verschiedenen Stellen im Gottesdienst einbringen.

Für alle, die nicht vor Ort sein können wird der Gottesdienst auf Youtube gestreamt. Auch von zu Hause wird es möglich sein, sich im Gottesdienst (z.B. beim Fürbittengebet) zu beteiligen.

Den Livestream findet ihr am 23.12. ab 19:55 Uhr hier:

Falls der Stream nicht funktioniert, schaut ihn direkt bei Youtube.

Falls ihr vor Ort sein könnt, seid ihr herzlich auf einen Punsch ab 19:30 Uhr eingeladen.

Der Gottesdienst ist eine Kooperation der reformierten Kirchengemeinden Detmold-Ost und Detmold-West, der lutherischen Kirchengemeinde und des CVJM Detmold.

Social Media Gottesdienst: „Leiden, Leiden, Leidenschaft, unsere Kraft…“

„Leiden, Leiden, Leidenschaft, unsere Kraft…“ Mit diesem Thema werden wir beim zweiten Social Media Gottesdienst in Lippe weiter experimentieren, wie Gemeindebeteiligung mit Sozialen Medien funktioniert. Wir werden Fürbitten per WhatsApp und Twitter sammeln, werden live über die Predigt diskutieren und alle die dabei sind, können den Gottesdienst zu etwas ganz Besonderem machen.
Dabei sein könnt ihr physisch oder virtuell – per Social Wall und/oder Livestream. Die Beteiligung ist nicht an die Anwesenheit in der Kirche gebunden. Los geht es am 9. April 2017 um 11 Uhr auf hier und in der Christuskirche in Detmold.

Spannend wird es auf jeden Fall, denn es liegt kein Internetkabel in der Kirche, so dass wir ein bisschen um den Anschluss in die weite Welt zittern müssen. Deshalb sind wir auch sicherheitshalber mit dem Livestream auf einer anderen Plattform, die mit langsamerem Internet klar kommt.

Wie kommen meine Beiträge in den Gottesdienst?
Bei Twitter, Instagram und Google+ benutzet einfach den Hashtag #SocialGoDi in einem öffentlichen Post. Bei Facebook postet im Diskussionsbereich unserer Facebook-Veranstaltungsseite.
Eine Anleitung für Facebook und WhatsApp findet ihr hier. 😎


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Ein digitaler KLON der Kirchengemeinde St. Pauli in Lemgo ist 3 Jahre alt

Die Kirchengemeinde St. Pauli ist eine geistliche Gemeinschaft von Menschen, die in Lemgo und darüber hinaus miteinander vernetzt leben und arbeiten. Wie jede Gemeinde hat Pauli begrenzte Ressourcen und muss sie um so effektiver einsetzen. Dazu gehört, dass Mitarbeitende immer weniger Zeit haben, um sich zu treffen. Hier helfen die neuen Medien und Geräte weiter.

Das Internetzeitalter als dazu geführt, dass Menschen mit ihren Smartphones oder Tablets sich daran gewöhnt haben, in jedem ungenutzten Augenblick mal schnell mit ihren freundlichen, Kolleginnen, oder auch Familienmitgliedern Informationen auszutauschen.

Dieser neue Umfang mit den Medien und Möglichkeiten ließ die Zeit nun reif sein, dass sich auch die Gemeinde St. Pauli in ihrer Zusammenarbeit sich völlig neu organisiert hat. Seit Ende 2013 startete der Kirchenvorstand das Projekt: Eine sichere und vor allem moderne Verbindung aller Mitarbeitenden über das Internet.

Eine St. Pauli-Kopie im Internet

Dabei nutzt die Gemeinde vom Anbieter Citrix eine Software (WWW.PODIO.COM), die ein Passwort geschützten Internet bereitstellt. Dieses so genannten Intranet muss man sich vorstellen wir einen Nachbau aller Räume, Gruppen, Kreise und Büros der Kirchengemeinde. Diese Internetkopie lässt sich dann gewissermaßen fernsteuern vom heimischen Computer aus. Weiterlesen

Wir wollen doch die Menschen in die Kirche holen … #SocialGoDi

Am 12.3.17 fand in der Bad Meinberger Kirche der erste Social Media Gottesdienst in Lippe statt. Ein Experiment sollte es sein, und so haben wir um Feedback gebeten. Viel Positives zu Format und Musik und ein wenig Kritik an der Themenwahl bzw. an der Wahl des Bibeltextes.

Eine Rückmeldung, die mich zum Weiterdenken anregte, kam von einer Gottesdienstbesucherin im Alter einer Konfirmandenmutter. Beim Abbau der Technik kam ich öfters an ihrem Gespräch mit Gemeindepfarrer Matthias Zizelmann vorbei. Sie sagte unteranderem: „Müssen wir wirklich Gottesdienst auch in den Sozialen Medien feiern? Wir wollen doch die Menschen in die Kirche holen und nicht an die Bildschirme.“

Puh, ich muss gestehen, dass ich bis jetzt vor allem daran dachte, Menschen die Möglichkeit zu geben bei einem Gottesdienst wenigstens durch ein Medium dabei zu sein, statt gar nicht. Ein paar Gedanken dazu:
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Social Media Gottesdienst: „Nicht sofort entscheiden“

Bearbeitet am 12.3., 21.03: Der Gottesdienst ist vorbei und trotz teils chaotischen Zuständen während des Aufbaus, mehreren Internetkomplettausfällen bis kurz vor Beginn, einem Tonausfall zu Beginn, Problemen mit den WhatsApp-Nachrichten und einem Kameraausfall gut gelaufen. Vielen Dank an alle Mitwirkende für Musik, Posts, Technik, Gedanken, und und und!
PS: Da dieser Gottesdienst der erste seiner Art in Lippe war und wir weiter experimentieren möchten, würden wir uns über euer Feedback freuen.
PPS: Im Gottesdienst wurde gefragt, wie die Gottesdienstbesucher vor ihren Geräten zu Hause ihre Kollekte abgeben können. Leider hat die Kirchengemeinde weder Paypal noch verwendet sie Bitcoin, wir können euch aber wenigstens die Kontonummer geben:
Ev.-ref. Kirchengemeinde Bad Meinberg
IBAN: DE30 3506 0190 2001 4410 11,
BIC: GENODED1DKD (Bank für Kirche und Diakonie eG-KD-Bank)
Mit dem Stichwort SocialGoDi landet das Geld eurer Überweisung im Klingelbeutel und in der Kollekte vom Social Media Gottesdienst.

Screenshot der SocialWall, die die Gottesdienstbesuchern in der Kirche und Außerhalb auf dem Laufenden hielt.

Wie kommen meine Beiträge in den Gottesdienst?

Bei Twitter, Instagram und Google+ benutzet einfach den Hashtag #SocialGoDi in einem öffentlichen Post. Bei Facebook postet im Diskussionsbereich unserer Facebook-Veranstaltungsseite.
Eine Anleitung für Facebook, WhatsApp und Snapchat findet ihr hier. 😎

Wir freuen uns auf euch!

Die Social Media Wall wird uns von walls.io gesponsort. Auf ihr werden eure Beiträge von Facebook, Twitter, Instagram, G+, WhatsApp und Snapchat zu sehen sein. Außerdem werden wir dort auch selbst ein paar Inhalte aus dem Gottesdienst posten (falls der Livestream nicht funktioniert, oder euer Internetanschluss nicht schnell genug dafür ist).

Digitalisierung, Pfarrberuf und Gemeinde

Ich wurde gefragt, was mir im Moment gerade im Bezug auf die Digitalisierung im Bereich des Pfarrberufs und der Kirchengemeinden wichtig sei. Ich habe ein paar ungeordnete Gedanken aufgeschrieben, die euch zum Weiterdenken anregen sollen und gern diskutiert werden dürfen. 🙂

Egal ob Kirche das gut findet oder nicht: Viele Menschen sind mittlerweile wesentlich leichter digital (via SocialMedia) anzusprechen als physisch. Der Marktplatz von Paulus ist heute nicht mehr der Marktplatz in Lemgo oder Detmold, sondern die Sozialen Netzwerke in all ihrer Vielfalt. Es gibt nicht mehr ein Marktplatz pro Stadt, sondern 10 Marktplätze in jeder Stadt, die aber städteübergreifend sind und die jeweils wiederum Nischen haben, in die man nur über Empfehlungen hineinkommt. In diese digitalen Flüsterkneipen („Filterbubble“) in denen uns unerreichbare Menschen sind, kommen wir nur durch Empfehlung („Teilen“). Das bedeutet dreierlei:¹ Weiterlesen

WhatsApp als Newslettersystem

Im Menü legt man die Broadcast-Listen an, die dann durch das Megafon-Symbol gut von normalen Kontakten zu unterscheiden sind.

Im Menü legt man die Broadcast-Listen an, die dann durch das Megaphon-Symbol gut von normalen Kontakten zu unterscheiden sind.

E-Mail, Facebook, Gemeindebrief, Abkündigungen im Gottesdienst – was ist der geeignete Weg mit Gemeindemitgliedern zu kommunizieren? Das kommt natürlich immer auf die Zielgruppe und auf die zu verteilenden Informationen an. Einen interessanten Weg der schnellen Kommunikation, nämlich per WhatsApp, habe ich bisher nur extrem selten im Bereich kirchlicher Kommunikation gesehen. Dabei könnte alles so einfach sein…

Ein Beispiel aus meiner Gemeinde: Ich habe aufgrund von unerwartet wenig Anmeldungen zu einer Kinderbibelwoche noch Plätze im Bus für den Tagesausflug frei. Der könnte auch für Familien interessant sein, die ihre Kinder aus was für Gründen auch immer nicht zur KiBiWo schicken. Wenn meine Gemeinde eine schnelle Kommunikationsmöglichkeit gehabt hätte, hätte ich die Restplätze billig vergeben können und alle hätten gewonnen. E-Mails erreichen die jüngeren Familien aber zu großen Teilen nicht mehr, also ist es Zeit neue Wege zu gehen. Mit WhatsApp könnte es einfacher werden.

So ganz einfach ist es natürlich nicht. Zuerst muss natürlich die rechtliche Seite geklärt werden, die es eigentlich gar nicht so in sich hat. Weiterlesen

Livestream von der Synode

Auf der Lippischen Landessynode gab es am Dienstag, 22. November, unter anderem einen Vortrag mit Aussprache zum Thema „Kommunikation der biblischen Botschaft in der digitalen Gesellschaft“ Den Vortrag in Film und pdf findet ihr hier.

Synode.

Hier gehts zur Aufzeichnung des Livestreams
Und hier könnt ihr den Vortrag als pdf herunterladen.

Kommentare sind natürlich erwünscht. Da die Geschäftsordnung der Synode ein Rederecht explizit gewähren muss, wird es schwierig eure Fragen und Kommentare ins Plenum zu bringen.

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