Evangelippischer Rastplatz auf dem Kirchentag in Dortmund

vom 19. – 23. Juni 2019 findet der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag in Dortmund statt. Zum Kirchentag kommen mehr als 100.000 Christinnen und Christen um gemeinsam Gottesdienst zu feiern, neue Impulse zu erfahren, sich kirchen- und gesellschaftspolitisch auseinanderzusetzen: Ein großes Fest des Glaubens zu feiern.

Durch die unmittelbare Nachbarschaft zu Dortmund lädt der Landesausschuss Lippe des Deutschen Evangelischen Kirchentags ein, evangelisches Leben in Lippe auf dem Kirchentag zu präsentieren. Im Dortmunder Stadtzentrum wollen wir einen Lippischen Rastplatz gestalten. Ein Ort, an dem Kirchentagsgäste von Lipperinnen und Lippern zum Verweilen, Kraftschöpfen aber auch zum Feiern und Begegnen einladen werden. Ein lippischer Rastplatz, an dem aber auch evangelisches Leben in Lippe erfahrbar wird. Ein Evangelippischer Rastplatz.

Präsentation mit den wichtigsten Fakten und Anschauungsmaterial:

Präsentation Lippischer Rastplatz-web

Die Präsentation in voller Auflösung könnt ihr hier herunterladen. (PDF, ~5MB)

Das ausführliche Anschreiben mit einem Mitwirkenden-Formular, das an die Superintendenten, Ausschüsse, Kammern und Beauftragten gegangen ist, findet ihr hier. (PDF, ~200KB)

Kurztipp für Gemeindewebsites mit WordPress

WordPress ist ein leicht zu bedienendes und sehr beliebtes ContentManagementSystem (CMS), das auch von vielen Gemeinden (und auch von dieser Seite) eingesetzt wird. Es gibt allerdings ein Problem bei den schönen vorgefertigten Designs: Viele von ihnen benutzen sogenannte Webfonts, also Schriftarten die meist von Google-Servern heruntergeladen werden. Da somit jeder Besucher der Gemeindehomepage ungefragt auf Google zugreift, sollte dieses Verhalten vermieden werden.  Da diese Schriftarten frei verfügbar und frei verwendbar sind, ist es recht einfach, diese auf den eigenen Server herunter zu laden und damit seine Besucher vor der Datenweitergabe zu schützen.

Mein Kollege Jan Ehlert aus der Rheinischen Landeskirche hat eine Anleitung geschrieben:

Dann gibt es noch eine Funktion, die ungefragt Dinge nachlädt: die Smileys. Diese Nachladefunktion (die eigentlich nur noch von veralteten Browsern verwendet wird) lässt sich mit dem Plugin „Disable Emojis (GDPR friendly)“ umgehen. In modernen Browsern werden trotzdem Emojis angezeigt. 🙂

Und dann ist da noch die Sache mit dem Hinweis auf die Cookies und die Datenschutzerklärung. Das könnt ihr einfach mit dem Plugin „Cookie Notice“ erledigen.

PS: Webfonts und andere Dinge von fremden Servern werden auch von anderen Website-Baukästen genutzt. Also schaut bitte mal vorsichtshalber nach, was im Hintergrund passiert, wenn eure (Gemeinde-)Website geladen wird.

Gemeindebeteiligung im Gottesdienst – ohne Aufwand in digital und analog

Gemeinde im Gottesdienst aktiv beteiligen ist angesichts von Menschen, die mittlerweile ganz natürlich den Like-Button oder das Kommentarfeld suchen eine gute Idee. Wer schon einmal einen Social Media-Gottesdienst gesehen hat, stellt sich aber vielleicht die Frage, ob es auch einfacher geht. Gestern habe ich das in einem normalen Sonntagsgottesdienst mit insgesamt 15 Minuten Extra-Vorbereitungszeit ausprobiert.

Schon in meinem Vikariat habe ich mit verschiedenen Formen der Beteiligung der Gottesdienstgemeinde vor Ort experimentiert. Die Form, die am leichtesten umzusetzen und gleichzeitig die geringste Vorbereitungszeit brauchte war das Fürbittensammeln vor und während des Gottesdienstes. Hierzu habe ich mir schon vor ein paar Jahren eine kleine Stiftebox mit einem entsprechenden Hinweiszettel im Deckel gebastelt, die einfach an den Eingang einer Kirche oder Kapelle gestellt werden kann. Zu einem bestimmten Zeitpunkt im Gottesdienst werden dann die Fürbitten eingesammelt und im besten Fall vorgeordnet, um sie dann im Fürbittengebet gemeinsam zu beten. Übrigens ist es hilfreich auch Namen auf die Zettel schreiben zu lassen, falls sich Gemeindemitglieder nicht trauen ganze Gebete oder Bitten zu formulieren.  Glücklicherweise gab es in der seinerzeit genutzten Gottesdienstordnung ein Instrumentalstück nach der Predigt, währenddessen die Zettel eingesammelt und vorbereitend gelesen werden konnten. Mit ein bisschen Spontanität (und im besten Fall mit einem Gebet um Gottes Geist und die richtigen Worte) klappt das zusammenbauen der Namen und Bitten zu einem einheitlichen Gebet. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Die eindrücklichste war: „Das war ein so dichter Moment als unsere Fürbitten und Namen von Ihnen ausgesprochen wurden, da waren wir alle ganz nah beieinander und in Verbindung mit Gott.“

Ein paar Jahre später habe ich schon ein paar Social Media-Gottesdienste hinter mir und habe Fürbitten und vieles mehr über digitale Kanäle (und auch auf Zetteln) gesammelt. Gestern im Gottesdienst gab es aber keinen Livestream, keine Extra-Beleuchtung und kein WLan, sondern einfach nur drei mögliche Kanäle zur Beteiligung an den Fürbitten:

  1. Zettel und Stifte für alle, die kein Handy dabei hatten oder keins haben (oder die lieber per Hand schreiben)
  2. SMS, für alle ohne Smartphone, die aber trotzdem die Möglichkeit zum Verbessern haben wollten (und nebenbei ist sind SMS auch ein anbieterunabhängiger Kanal)
  3. WhatsApp für alle Digitalos, Konfis und Normalos eines gewissen Alters

Auf meiner Seite hatte ich ein sonst ungenutztes Smartphone (frisch resettet ohne jegliche Adressbucheinträge) mit einer PrePaid-SIM-Karte. Damit war der Kostenaufwand gleich Null (ein altes Smartphone hat fast jeder rumliegen und wenn man die SIMs per Internet bestellt sind sie manchmal ganz kostenlos), wenn man von den kleinen Zetteln den Stiften und ein paar Kopien absieht. Auf letzteren stand die Telefonnummer meines Smartphones und der Hinweis auf SMS, WhatsApp und Zettel.

Durch die drei Kanäle war niemand ausgeschlossen und das schreiben der Fürbitten während des Gottesdienstes finde ich nicht schlimm, sondern normal. Denn wenn ich bspw. mit meiner Predigt jemanden dazu bringe, an andere zu denken, dann ist das doch schön! Vielleicht sollte man bei solchen Aktionen ein Auge auf die Konfis haben, da sie ja bei so einer Beteiligungsform explizit ihre Smartphones benutzen dürfen – allerdings sind mir meine fünf Katechumenen gestern im Gottesdienst nicht negativ aufgefallen…

Vielleicht sollte man bei der allgemeinen Sorglosigkeit auch erwähnen, dass man keine persönlichen/personenbezogene Daten per WhatsApp schickt (andererseits kamen gestern die Namen auch nur per Zettel). Wer mehr zum Thema Datenschutz und WhatsApp sucht wird hier fündig.

PS: Die Aktion entstand übrigens aus der Rückmeldung der diesjährigen Konfis bei ihrem Kirchenvorstandsbesuch, mehr Beteiligungsmöglichkeiten im Gottesdienst zu schaffen 🙂

WhatsApp in der Gemeindearbeit (mit Datenschutz!)

In vielen Gemeinden geht es schon fast nicht mehr ohne WhatsApp und andere Gemeinden scheuen sich (aus gutem Grund) vor einer Nutzung. Die EKD-Datenschützer sehen einen Einsatz von WhatsApp im kirchlichen Kontext mehr als kritisch. Wie man trotzdem irgendwie und möglichst datenschutzkonform WhatsApp nutzen kann, darauf versucht dieser Artikel eine Antwort zu geben. Zur Sicherheit: Ich bin kein Jurist und kein Datenschutzbeauftragter. Trotzdem liegt mir Datenschutz am Herzen, u.a. weil wir als Kirche unsere Glaubwürdigkeit verlieren, wenn wir mit personenbezogenen Daten um uns werfen.

Für den kurzen Überblick kommt zuerst das Fazit. Wer wissen möchte, wie ich dazu komme, möge nach den Alternativen weiter lesen.

WhatsApp kann man übrigens auch am PC im Browser nutzen, wenn man auf einer großen Tastatur tippen möchte.

Mein Fazit: Auf einem Smartphone, auf dem nur WhatsApp-Kontakte und keine Kontakte ohne WhatsApp-Account gespeichert sind, ist die Nutzung von WhatsApp an sich eher unbedenklich, solange man zusätzlich keine kompletten Klarnamen oder einfach nur Telefonnummern speichert (für die Newsletter-/Broadcast-Funktion reicht das mehr als aus). Das ist umständlich, scheint mir aber der einzige Weg. Eine Variante (wenn auch nicht so sicher) ist die Nutzung eines separaten Android-Accounts auf dem Smartphone (auf einigermaßen modernen Android-Smartphones sollte so etwas möglich sein, zu Apple-Geräten kann ich nichts sagen). Das hat allerdings ein paar Nachteile. Diese Unbedenklichkeit sehe ich jedoch nur im Bezug auf verkürzte Namen/Aliasnamen und Telefonnummern, die an WhatsApp übermittelt werden. Zusätzlich dazu muss in den Chats auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass keine personenbezogenen Daten weitergegeben werden* (die Chats sind zwar verschlüsselt, allerdings laufen sie über amerikanische Server und bis jetzt gibt es keine Verschlüsselung, die auch in ein paar Jahren noch hundertprozentig sicher ist). Seelsorge per WhatsApp schließt sich so aus.

Wenn sich eine Gemeinde dazu entschließt, Whatsapp zu nutzen, müssen aber den betroffenen Mitarbeitenden entsprechende Geräte zur Verfügung gestellt werden. Die Mitarbeitenden sollten sich damit befassen,  was für Daten über sie selbst an das Unternehmen wandern. Die WhatsApp-Nutzung darf aus naheliegenden Gründen nicht auf Privat-Smartphones abgeschoben werden.

Alternative Threema. Der Messenger Threema wird in der Schweiz entwickelt und betrieben, die seit kurzem als sicherer Hafen für die EKD-Datenschützer gilt (was aber nur eine sog. Auftragdatenverarbeitung erlaubt und kein Freifahrtschein ist). Allerdings ist die Zukunft der Schweiz als sicherer Drittstaat zur Zeit wegen der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung nicht ganz sicher. Auch Threema verwendet eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die jedoch im Gegensatz zu WhatsApp unabhängig geprüft wurde. Gruppenchats sind ein klein wenig sicherer Ende-zu-Ende verschlüsselt als bei WhatsApp und Signal. Leider kostet Threema ein paar Euro.

Alternative Signal. Der quelloffene Messenger Signal ist nicht ganz so benutzerfreundlich wie Threema und hat einige Funktionen weniger, dafür ist es kostenlos.

Und hier die Langversion:

Die Probleme:

  1. WhatsApp hat seine Server in den USA stehen. Deshalb dürfen personenbezogene Daten nicht dort gespeichert werden.
  2. WhatsApp sammelt nicht nur Telefonnummer (zugehörige Namen und evtl ganze Adressbucheinträge) von WhatsApp-Nutzern, die den Nutzungsbedingungen zugestimmt haben, sondern von allen Adressbucheinträgen des Smartphones, das sich mit WhatsApp verbindet.
  3. WhatsApp wirbt zwar seit einiger Zeit mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, jedoch werden die Daten (nach meinem Kenntnisstand) in den USA zwischengespeichert (was das Brechen der Verschlüsselung jetzt oder in der Zukunft möglich macht). Dazu kommt, dass WhatsApp seinen Quellcode nicht veröffentlicht, so dass man WhatsApp in Sachen Verschlüsselung vertrauen muss (oder eben nicht).
  4. WhatsApp hat eine Altersbeschränkung ab 13 Jahren (es gibt allerdings rechtliche Bedenken)
  5. Ein Punkt, den die EKD-Datenschützer bemängeln ist, „dass Mitarbeitende über Statusinformationen und Lesebestätigungen in ihrem Arbeits- und Sozialverhalten kontrolliert werden können.“
  6. Hinzu kommen ein paar meiner Meinung nach kleinere Dinge (ich hoffe inständig nichts übersehen zu haben) …

Wie geht man damit nun um? Als Kirche müssen wir natürlich mit den Daten unserer Mitglieder verantwortungsvoll umgehen, deshalb muss sich an Punkt 1 alles messen lassen. Allerdings haben diejenigen, die schon bei Whatsapp sind, die AGB akzeptiert. Insofern kann die Datenweitergabe von solchen Nummern allein wohl nicht mehr hinderlich sein. Und ja, allein solche Nummern; komplette Klarnamen sind natürlich auch zu vermeiden, denn man weiß ja nicht, was für Daten WhatsApp über diese Nummer schon weiß. Damit ist das Problem aus Punkt 2 nicht länger ein Problem, solange auf dem Kirchensmartphone gar keine Nummern oder nur Nummern gespeichert sind, die ohnehin bei Whatsapp gelistet sind (denn die Kirche gibt WhatsApp damit keine neuen Daten). Um dieses Problem zu umgehen, bietet es sich für Jugendmitarbeitende oder Pfarrer/-innen an, ein extra Smartphone anzuschaffen oder (je nach Häufigkeit und Art der Nutzung) einen gesonderten Account auf dem (Android-)Smartphone zu benutzen. Letzteres ist leider etwas kniffelig und unpraktisch. Eine weitere (schlechte) Alternative ist es, WhatsApp den Zugriff auf auf das Adressbuch zu verbieten, was allerdings zur Folge hat, dass die Funktion der Broadcast-Listen nicht verwendet werden kann.

Punkt 3 ist kniffeliger. Unsere Kommunikation darf nur dann stattfinden, wenn in den Chats selbst keine personenbezogenen Daten vorkommen. Sprich: Terminabsprachen, Hausaufgaben, etc. sind in Ordnung; Seelsorge, Krankheiten bei Abmeldungen, Adressen etc. sind tabu.

Punkt 4 bedeutet für uns, dass wir keinesfalls Menschen unter 13 dazu bewegen dürfen sich bei WhatsApp anzumelden. Immerhin gehen sie damit einen Vertrag mit einem Unternehmen ein, den sie nicht abschätzen können – und Werbung für eine Firma (nämlich Facebook Inc, die für ihr seltsames Datenschutzverständnis bekannt ist) sollten wir in keinem Fall machen. Das gilt natürlich auch für andere Altersgruppen. Wir müssen immer darauf achten, dass Menschen die kein WhatsApp haben immer auch den gleichen Informationszugang haben müssen, wie Menschen mit WhatsApp. Das bedeutet, dass zum Beispiel eine WhatsApp-Gruppe der Konfis, in die man Aufgaben und Termine schickt, nie der einzige Weg sein darf, sobald nur ein Konfi kein WhatsApp hat.

Punkt 5 bedeutet, dass Mitarbeitende sich genau überlegen müssen, wie sie mit ihrem WhatsApp-Telefon umgehen und ob sie nicht besser die Lesebestätigungen deaktivieren. Trotzdem werden aber mit Sicherheit einige Informationen wenigstens an WhatsApp selbst weitergeleitet und gespeichert. Sicherlich ein kritischer Punkt, wenn Mitarbeitende zur WhatsApp-Nutzung gezwungen werden.

Der Punkt, der leider nicht wegzudiskutieren ist, hängt mit Daten zusammen, die wir gar nicht sehen: Die Protokolldaten, die beschreiben, wer mit wem vernetzt ist und wie oft sowie weitere Metadaten. Deshalb die offene Frage: Sind die ein Problem?

So, und nun liebe Datenschützer: Feuer frei. Am liebsten wäre mir aber statt einem Flamewar eine lösungsorientierte und vor allem sachliche Diskussion.

 

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* Ich zitieren den Kollegen Neumeier: „Wenn ich als Pfarrer im Supermarkt zwischen den Regalreihen stehe und Frau X mir ihr Herz ausschüttet, achtet auch kein Datenschützer darauf, wer in der nächsten Regalreihe steht. ICH achte aber darauf! Und ich achte auch darauf, dass keine datenschutzrelevanten Dinge über Whatsapp kommuniziert werden, bin aber hier wie da ansprechbar für die Menschen. Und ich muss es als Pfarrer hier wie da sein!“

Jugend-Weihnachtsgottesdienst am 23.12. um 20 Uhr

„Alle Jahre wieder?!“ – so ist das Thema des Jugendgottesdienstes, oder vielmehr des Gottesdienstes von und für junge Leute (Junggebliebene sind natürlich auch herzlich willkommen 😉 ) Ein Team aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen sprechen, singen, spielen Instrumente, beten, schieben die Regler an der Technik und wollen mit euch (vor)weihnachtlichen Spaß haben. Der Gottesdienst findet um 20 Uhr in der Christuskirche in Detmold statt. Ach ja, Smartphones sind im Gottesdienst erlaubt, denn so könnt ihr euch an verschiedenen Stellen im Gottesdienst einbringen.

Für alle, die nicht vor Ort sein können wird der Gottesdienst auf Youtube gestreamt. Auch von zu Hause wird es möglich sein, sich im Gottesdienst (z.B. beim Fürbittengebet) zu beteiligen.

Den Livestream findet ihr am 23.12. ab 19:55 Uhr hier:

Falls der Stream nicht funktioniert, schaut ihn direkt bei Youtube.

Falls ihr vor Ort sein könnt, seid ihr herzlich auf einen Punsch ab 19:30 Uhr eingeladen.

Der Gottesdienst ist eine Kooperation der reformierten Kirchengemeinden Detmold-Ost und Detmold-West, der lutherischen Kirchengemeinde und des CVJM Detmold.

Wir wollen doch die Menschen in die Kirche holen … #SocialGoDi

Am 12.3.17 fand in der Bad Meinberger Kirche der erste Social Media Gottesdienst in Lippe statt. Ein Experiment sollte es sein, und so haben wir um Feedback gebeten. Viel Positives zu Format und Musik und ein wenig Kritik an der Themenwahl bzw. an der Wahl des Bibeltextes.

Eine Rückmeldung, die mich zum Weiterdenken anregte, kam von einer Gottesdienstbesucherin im Alter einer Konfirmandenmutter. Beim Abbau der Technik kam ich öfters an ihrem Gespräch mit Gemeindepfarrer Matthias Zizelmann vorbei. Sie sagte unteranderem: „Müssen wir wirklich Gottesdienst auch in den Sozialen Medien feiern? Wir wollen doch die Menschen in die Kirche holen und nicht an die Bildschirme.“

Puh, ich muss gestehen, dass ich bis jetzt vor allem daran dachte, Menschen die Möglichkeit zu geben bei einem Gottesdienst wenigstens durch ein Medium dabei zu sein, statt gar nicht. Ein paar Gedanken dazu:
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Digitalisierung, Pfarrberuf und Gemeinde

Ich wurde gefragt, was mir im Moment gerade im Bezug auf die Digitalisierung im Bereich des Pfarrberufs und der Kirchengemeinden wichtig sei. Ich habe ein paar ungeordnete Gedanken aufgeschrieben, die euch zum Weiterdenken anregen sollen und gern diskutiert werden dürfen. 🙂

Egal ob Kirche das gut findet oder nicht: Viele Menschen sind mittlerweile wesentlich leichter digital (via SocialMedia) anzusprechen als physisch. Der Marktplatz von Paulus ist heute nicht mehr der Marktplatz in Lemgo oder Detmold, sondern die Sozialen Netzwerke in all ihrer Vielfalt. Es gibt nicht mehr ein Marktplatz pro Stadt, sondern 10 Marktplätze in jeder Stadt, die aber städteübergreifend sind und die jeweils wiederum Nischen haben, in die man nur über Empfehlungen hineinkommt. In diese digitalen Flüsterkneipen („Filterbubble“) in denen uns unerreichbare Menschen sind, kommen wir nur durch Empfehlung („Teilen“). Das bedeutet dreierlei:¹ Weiterlesen

WhatsApp als Newslettersystem

Im Menü legt man die Broadcast-Listen an, die dann durch das Megafon-Symbol gut von normalen Kontakten zu unterscheiden sind.

Im Menü legt man die Broadcast-Listen an, die dann durch das Megaphon-Symbol gut von normalen Kontakten zu unterscheiden sind.

E-Mail, Facebook, Gemeindebrief, Abkündigungen im Gottesdienst – was ist der geeignete Weg mit Gemeindemitgliedern zu kommunizieren? Das kommt natürlich immer auf die Zielgruppe und auf die zu verteilenden Informationen an. Einen interessanten Weg der schnellen Kommunikation, nämlich per WhatsApp, habe ich bisher nur extrem selten im Bereich kirchlicher Kommunikation gesehen. Dabei könnte alles so einfach sein…

Ein Beispiel aus meiner Gemeinde: Ich habe aufgrund von unerwartet wenig Anmeldungen zu einer Kinderbibelwoche noch Plätze im Bus für den Tagesausflug frei. Der könnte auch für Familien interessant sein, die ihre Kinder aus was für Gründen auch immer nicht zur KiBiWo schicken. Wenn meine Gemeinde eine schnelle Kommunikationsmöglichkeit gehabt hätte, hätte ich die Restplätze billig vergeben können und alle hätten gewonnen. E-Mails erreichen die jüngeren Familien aber zu großen Teilen nicht mehr, also ist es Zeit neue Wege zu gehen. Mit WhatsApp könnte es einfacher werden.

So ganz einfach ist es natürlich nicht. Zuerst muss natürlich die rechtliche Seite geklärt werden, die es eigentlich gar nicht so in sich hat. Weiterlesen